Traumlexikon: Traumsymbole und ihre Deutung

Die Bilder, von denen Menschen am häufigsten träumen, und was die Überlieferung darin sieht. Jeder Eintrag nennt die verbreitete Lesart, die schlichte Erklärung, wo es eine gibt, und die Gründe, warum deine eigene Fassung anders ausfallen kann.

So benutzt du das Lexikon: schlag das Bild nach, an das du dich am deutlichsten erinnerst, und nicht jede Einzelheit des Traums. Bist du vor einem Hund durch dein altes Schulhaus gerannt, wiegen der Hund und die Flucht schwerer als das Gebäude.

Was ein Traumlexikon kann und was nicht: die Deutungen hier stammen aus einer langen Auslegungstradition, nicht aus Forschung, die irgendetwas vorhersagen könnte. Als Denkanstoß taugen sie. Ein Symbol, für das seit Jahrhunderten dieselbe Bedeutung überliefert wird, kann für dich trotzdem etwas ganz anderes heißen, und wenn beides auseinandergeht, ist deine Lesart die brauchbarere.

Warum dasselbe Bild zwei Deutungen hat: die meisten dieser Symbole tragen eine gute und eine ungute Lesart nebeneinander, weil die Überlieferung an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten gewachsen ist. Wasser heißt in der einen Fassung Erneuerung, in der anderen: es wächst dir über den Kopf. Meist trifft die Version zu, die zum Gefühl im Traum passt, und genau darum lohnt es sich, dieses Gefühl aufzuschreiben, bevor es verblasst.

Wenn ein Traum dir Angst gemacht hat: belastende Träume sind ausgesprochen häufig und kündigen nichts an. Vom Tod, vom Fallen, von Verfolgung und von ausfallenden Zähnen wird weltweit häufiger berichtet als von fast allem anderen. Kehrt ein Albtraum über lange Zeit wieder und stört deinen Schlaf, kannst du ihn beim nächsten Arztbesuch erwähnen, nicht wegen seiner Bedeutung, sondern weil Schlaf für sich genommen zählt.

Tiere

Die größte Gruppe in jedem Traumlexikon und die, in der zuerst nachgeschlagen wird.

Ameisen Fleiß in der einen Lesart, Plage in der anderen, entschieden durch dein Gefühl beim Aufwachen. Bär Ein gespaltenes Symbol: Beschützer hier, blanke Gefahr dort, und die Stimmung entscheidet. Bienen Fleiß und Gemeinschaft: viele kleine Anstrengungen, aus denen etwas entsteht, das keine allein schafft. Vögel Freiheit in der neueren Lesart, Boten in der älteren, den Rest macht die Art. Schmetterling Verwandlung in der einen Tradition, Kürze in der anderen, und die Stimmung gibt den Ausschlag. Katze Glücksbringer im Haus oder verschlagene Fremde: das widersprüchlichste Tier in den alten Traumbüchern. Huhn Henne, Küken und ein krähender Hahn: die bäuerliche Ecke des Traumlexikons und ihre Redensarten. Kakerlake Beharrlichkeit statt Gefahr, dazu die schlichten Wohnsorgen, die das Bild oft auslösen. Kuh Nahrung, Geduld und langsames Ansammeln, von Bauern und Stadtleuten sehr verschieden gelesen. Krokodil Etwas Untergetauchtes, das dich genau wahrnimmt, während es aussieht wie ein Stück Holz. Krähe In einer Hemisphäre Unheilsvogel, in der anderen kluge Botin, überall ein lauter Nachbar. Reh Stillstehen, dann der Blick zurück: ein Tier, das für Sanftmut und schnelle Wachheit steht. Hund Treue in die eine Richtung, Verrat in die andere, je nachdem wie sich das Tier verhielt. Delfin Tiefes Wasser wird freundlich: Spiel, Begleitung und eine Stimmung, die das Aufwachen überlebt. Ente Ruhig an der Oberfläche, hektisch darunter: Anpassung, Familie und ein Bild mit gutem Ton. Adler Hoch, fern und schwer zu übersehen: was die Überlieferung im Adler sieht und was nicht. Elefant Gedächtnis, Geduld und Gewicht: warum Elefantenträume so selten als beängstigend erinnert werden. Fisch Klares und trübes Wasser, dazu der Volksglaube, der viel zu viel verspricht. Fliege Kleine Plagen, die sich nicht wegwedeln lassen, und was ein Schwarm daran ändert. Frosch Ein Tier zwischen zwei Elementen, gelesen als Wandel, mit Glücksdeutungen, die örtlich bleiben. Ziege Genügsamkeit, sicherer Tritt und Verweigerung, dazu die geliehenen Bedeutungen, die du weglassen darfst. Pferd Reiten, Durchgehen und Stürzen, dazu der Grund, warum alte Farbregeln über Grenzen hinweg kippen. Löwe Macht ohne Rechenschaft, gelesen weniger über das Tier als über deinen Platz im Traum. Eidechse Geduld in der einen Gegend, Hinterlist in der anderen: ein Tier mit zwei alten Lesarten. Affe Je nach Quelle Witz oder Spott, entschieden wird über das, was das Tier tut. Mücken Die kleine, hartnäckige Störung, die nichts kaputt macht und trotzdem niemanden ruhen lässt. Maus Ein kleines Problem im Haus, das bei mehreren Tieren ganz anders gelesen wird. Eule Ein Vogel mit gegensätzlichen Bedeutungen je nach Herkunft, weshalb die Quelle deiner Lesart zählt. Schwein Glückssymbol in der einen Erbschaft, Maßlosigkeit in der anderen, ohne allgemeingültige Lesart. Kaninchen Fruchtbarkeit, Glück oder Nerven: warum ein sitzendes Kaninchen anders gelesen wird als ein flüchtendes. Ratte Schädling in der einen Tradition, kluger Überlebender in der anderen: die Ratte ehrlich gelesen. Skorpion Zwei Überlieferungen zu einem Tier: verdeckte Feindschaft in der einen, wachsamer Hüter in der anderen. Hai Von unten gelesen: Tiefe, Abstand zum Ufer und wie langsam ein Rückzug wäre. Schafe Ruhig an der Oberfläche, mit einer alten Frage nach der Herde darunter. Schlange Bedrohung hier, Schutz dort, und deine eigene Geschichte entscheidet, welche Lesart trägt. Spinne Weberin oder Falle, je nachdem ob sich das Netz im Traum nach deinem anfühlt. Tiger Ein gestreiftes Tier, gelesen über den Raum zwischen euch und nicht über sein Gebiss. Schildkröte Ein Tier, über das die Tradition sich nicht einig wird: Panzer und Geduld oder falsches Tempo. Wal Etwas Riesiges, das man von unten spürt und fast nie ganz zu sehen bekommt. Wolf Ein Tier, bei dem sich die Bücher uneinig sind: Gefahr für die einen, Zusammenhalt für die anderen.

Was du tust

Fallen, Fliegen und Verfolgtwerden gehören weltweit zu den meistgemeldeten Träumen.

Verfolgt werden Der häufigste Traum überhaupt, und er folgt oft auf eine Zeit des Ausweichens. Zu spät kommen Folgt dem Termindruck eng; gelesen als Angst zurückzubleiben und nicht als Ankündigung. Klettern Mühe mit sichtbarem Gipfel, und die Ernüchterung, die dort oben oft wartet. Weinen Tränen im Schlaf, quer durch die Traditionen gelesen als etwas, das losgelassen wird. Tanzen Gelesen wird das Gefühl, nicht die Choreografie: Loslassen, Sichtbarkeit und wer dabei zugesehen hat. Trinken Wasser und Alkohol sind hier getrennte Bilder, und sie zeigen in entgegengesetzte Richtungen. Autofahren Kontrolle, Richtung und wer das Lenkrad hielt, dazu eine Menge ganz gewöhnlicher Pendelei. Ertrinken Überforderung als Bild, wobei ein stickiges Zimmer mehr davon erklärt als die meisten vermuten. Essen Geschmack, Gesellschaft und Appetit: wie die ältesten Lesarten der geteilten Mahlzeit heute noch funktionieren. Flucht Erleichterung oder Ausweichen? Hier entscheidet die Stimmung beim Aufwachen mehr als die Handlung. Fallen Weltweit einer der meistgemeldeten Träume, mit einer körperlichen Erklärung direkt neben der symbolischen. Fliegen Loslösung und Überblick, wobei Anstrengung, Flughöhe und Steuerung die eigentliche Deutungsarbeit übernehmen. Verstecken Vor einem Gesicht, vor gar nichts Sichtbarem, oder etwas verstecken: vier Varianten mit eigenen Deutungen. Springen Hin oder weg, die Höhe, das Wasser, die Landung und das Zucken, das dich weckt. Lachen Lösung von Druck, Zugehörigkeit oder Bloßstellung: entscheidend ist die Runde, in der gelacht wurde. Beten Eine Bitte statt einer Lehrfrage, quer durch die Traditionen neutral und ohne Bewertung beschrieben. Lesen Wandernde Schrift, fehlende Seiten und was die Tradition aus dem Akt des Lesens macht. Rennen Schwere Beine, und der Unterschied zwischen dem Weglaufen und dem Hinrennen zu etwas. Schreien Der Laut, der nicht herauskommt, und warum die Kehle nachts nicht mitmacht. Suchen Wonach du gesucht hast, sagt am Ende mehr aus als das Suchen selbst. Singen Alles hängt an einer Einzelheit: ob sonst noch jemand im Raum war. Schlafen Ruhe, die dir zusteht, oder etwas, das du gerade erfolgreich nicht anschaust. Schwimmen Zurechtkommen, und zwar in einem Medium, das von allein niemanden oben hält. Gehen Vorankommen im eigenen Tempo, wobei der Untergrund mehr verrät als das Ziel. Schreiben Der Wunsch, festgehalten zu werden, und der Grund für Schrift, die nicht stillhält.

Der Körper

Zähne, Haare, Blut. Oft die Träume mit dem handfestesten körperlichen Auslöser.

Blut Häufig, aufwühlend und medizinisch bedeutungslos; überliefert gelesen als Lebenskraft, Verwandtschaft und Preis. Knochen Viel öfter auf Struktur und Dauer gelesen als auf irgendetwas mit Tod. Ohren Zuhören, Gerede, verstopfte Ohren, dazu die gewöhnlichen Gründe, warum Geräusche in den Schlaf geraten. Augen Sehen, Einsicht und Musterung: ein Bild, das mit den Augen des Gegenübers vollständig kippt. Das eigene Gesicht Spiegel, veränderte Züge, fehlendes Spiegelbild: gelesen als Selbstbild, nicht als Aussage über dein Aussehen. Füße Nackte, schmutzige oder festgewachsene Füße, und warum Ausleger zuerst nach dem Boden fragen. Haare Schneiden, Verlieren, Färben im Schlaf, und was ältere Traumbücher aus jeder Fassung gemacht haben. Hände Was Deuter aus Schmutz, leeren Handflächen und gefesselten Händen machen, und wo Taubheit hineinspielt. Herz Eines halten, eines schlagen hören, mit pochender Brust aufwachen: Lesarten und gewöhnliche Ursachen. Fingernägel Pflege, Erscheinung und Selbstbild in einem Traum, der bis auf Handbreite herankommt. Nackt sein Bloßstellung statt Begehren: die Angst, ohne die üblichen Vorkehrungen gesehen zu werden. Narbe Kein Schaden im Gange, sondern überstandener Schaden, aus irgendeinem Grund wieder bemerkt. Haut Häufig erst eine Empfindung und dann ein Sinnbild, gelesen als Grenze und Kontakt. Schwitzen Erst die Bettdecke prüfen, dann das Lexikon, und dann nach der Anstrengung fragen. Tränen Traditionell als Druck verstanden, der einen Ausweg findet, und nicht als Kummer im Anmarsch. Zahnverlust Weltweit einer der häufigsten Träume, mit einer körperlichen Erklärung, die zuerst geprüft gehört. Zunge Weniger Geschmack als Sprache, und meistens geht es um den Satz, der unvollendet blieb. Wunde Ein Schmerz, der noch nicht verheilt ist, und ein Bild ganz ohne Diagnose.

Menschen und Beziehungen

Familie, frühere Partner, Fremde, und warum die Person im Traum selten nur sie selbst ist.

Streiten Die Hitze überlebt den Wortlaut, und diese Hitze ist das eigentliche Material der Deutung. Baby Meist gelesen als etwas Neues in deinem Leben, das noch keine eigenen Beine hat. Dein Chef Meist geht es ums Bewertetwerden und nicht um die Person, die gerade bewertet. Bruder Die wirkliche Person und ihre Rolle zugleich, wobei das gezeigte Alter am meisten verrät. Ein Promi Eine öffentliche Figur als Platzhalter für etwas, das du willst, meidest oder dir verbietest. Betrogen werden Schmerzhaft, sehr häufig und gelesen als Angst vor Rangverlust, nicht als Beweis. Ein Kind Eine junge Gestalt, die für etwas in dir steht, das noch Fürsorge braucht. Eine Menschenmenge Zugehörigkeit, Druck und Bloßstellung, je nachdem, wo in der Masse du standest. Dein Schwarm Sehnsucht in einem vertrauten Gesicht, und was der Traum über die Person nicht sagt. Arzt Eine Autorität, die dich genau ansieht: schau zuerst in den Kalender, dann auf das Symbol. Ex-Partner Häufig, unangenehm und meist eine Sache über dich selbst, nicht über den Menschen im Traum. Vater Autorität, Schutz und Erwartung, dazu der sehr häufige Traum von einem verstorbenen Elternteil. Freunde Nähe und Vertrauen statt Nachrichten über die Person, wer auch immer aufgetaucht ist. Geist Besuch, offene Rechnung oder Schlaflähmung: drei Erklärungen für dasselbe Bild, die einander nicht mögen. Großvater Geerbte Autorität, leiser Rat, und warum der Zeitpunkt nach einem Verlust niemanden beunruhigen muss. Großmutter Fortdauer, Fürsorge und der Haushalt, und warum ein Rat im Traum nur ein Rat ist. Küssen Häufiger gelesen als besiegelte Bindung denn als eingestandene Anziehung, wobei das Gegenüber alles verschiebt. Mutter Empfangene und gegebene Fürsorge, in der Gestalt, die man zuerst kannte und als Gefühl behält. Ein Nachbar Die halb bekannte Person hinter der Wand, gelesen als alles, was ungewählt zum Leben dazukam. Polizei Autorität und Schutz in derselben Gestalt, gewichtet durch deine eigene Erfahrung mit Uniformen. Schwanger sein Etwas wächst im Verborgenen, und über den Körper von irgendjemandem sagt das nichts. Schwester Halb der echte Mensch, halb ein Leben, das dort begann, wo deines begann. Ein Fremder Das Gesicht, das du nicht einordnen kannst, und die Gewissheit, es zu kennen. Lehrer Bewertung und Anleitung in einer Person, die selten auftaucht, wenn gerade nichts beurteilt wird. Zwillinge Die Verdopplung ist der Kern: zwei Antworten, beide lebendig, keine davon entschieden. Hochzeit Zwei Dinge werden eins, und meistens berichten Träumende von der missglückten Feier.

Ereignisse und Ängste

Prüfung, Unfall, Tod. Die Deutungen hier handeln von Enden und von Druck, nicht von Vorhersage.

Ein Unfall Verstanden als Steuerung, die entgleitet, und nicht als Vorzeichen für die nächste Fahrt. Verhaftet werden Eine Hand am Arm, kein genannter Vorwurf und kein Beleg für irgendetwas. Ein Kind bekommen Gelesen als Mühe, die endlich ein Ergebnis bringt, ohne Aussage über echte Fruchtbarkeit. Tod Sehr verbreitet, gelesen als Abschluss oder Wandel und ausdrücklich nicht als Vorhersage über jemanden. Prüfung Nichts gelernt, falscher Raum, Zeit vorbei: der Traum, der die Schule um Jahrzehnte überdauert. Kampf Konflikt ohne Ventil am Tag, und warum der Gegner mehr aussagt als die Gewalt. Beerdigung Eine Zeremonie statt eines Todes: gelesen als Ende und Wandel, nicht als Ankündigung. Sich verirren Die Heimatstadt ergibt keinen Sinn mehr: was aus der fehlenden Abzweigung gelesen wird. Abschlussfeier Verpasste Feier, fehlender Schein und die Frage, ob du es dir verdient fühlst. Krankheit Eine Last und kein Befund, dazu die ganz gewöhnlichen körperlichen Quellen hinter diesem Bild. Vorstellungsgespräch Falsche Kleidung, fehlende Räume, unbeantwortbare Fragen, und worauf sie außerhalb der Arbeit zeigen. Reise Begleitung, Gepäck, Verzögerungen und alte Strecken noch einmal, und warum das fehlende Ziel dazugehört. Geld verlieren Auszehrung statt Prophezeiung: verlorenes Ansehen, schwindende Sicherheit oder Mühe, die nichts eingebracht hat. Eine göttliche Gestalt In mehreren Traditionen unterschiedlich gelesen: Ehrfurcht, Gewissen und ein Gefühl, das die Worte überdauert. Den Flug verpassen Ein Zeitfenster geht zu: Warteschlangen, falsche Gates und eine Uhr, die zu schnell läuft. Umzug Eine Veränderung darin, wie jemand lebt, nicht bloß wo; gedeutet wird die Phase. Ein Raubüberfall Was fehlt, sagt mehr als der Überfall selbst: so wird dieser Traum gelesen. Schlangenbiss Nicht die Schlange, sondern der Augenblick der Berührung, was anders gelesen wird. Operation Eine Ausbesserung, die du nicht selbst vornimmst, unter Bedingungen, denen du vorher zugestimmt hast. Krieg Gelesen als Streit, der für einen Menschen zu groß ist, niemals als Vorhersage davon.

Natur und Wetter

Wasser, Feuer, Sturm. Ob es ruhig war oder wild, verschiebt die ganze Lesart.

Wüste Durst und Abgeschiedenheit in der einen Überlieferung, gewählte Stille in der anderen, dazu ein heißes Zimmer. Erdbeben Umbruch oder überfälliger Einsturz: warum dieses Bild in zwei Richtungen zugleich gelesen wird. Feuer Herdfeuer oder Brand, zuschauen oder eingeschlossen sein: der Maßstab entscheidet die Lesart. Überschwemmung Steigendes Wasser als wachsende Last, dazu die Zeit danach, die anders gelesen wird. Blumen Frisch, welk oder geschnitten, und warum Farbdeutungen von Land zu Land kippen. Nebel Nicht Gefahr, sondern fehlende Sicht: der ruhigste unter den häufigen Angstträumen der Nacht. Wald Zwei gegensätzliche Lesarten, entschieden über den Pfad, das Licht und die Jahreszeit. Eis Dünnes Eis, tragender Boden und das Tauwetter, dazu das kalte Zimmer, an das niemand denkt. See Eingefasstes Wasser als Bild der inneren Lage, wobei die Oberfläche die meiste Bedeutung trägt. Der Mond Zyklen, Gefühl und Veränderung nach eigenem Fahrplan, wobei zuerst die Phase gedeutet wird. Berg Ein großes Vorhaben und die Mühe dafür, gelesen von der Stelle aus, wo du stehst. Das Meer Der Zustand des Wassers trägt die Bedeutung, und daran erinnern sich Träumende immer. Regen Lösen, Reinwaschen oder Trauer, die endlich in Bewegung kommt: die Lesarten des Regens. Regenbogen Selten, kurz und fast immer angenehm: so wird der Regenbogen in der Überlieferung gelesen. Ein Fluss Am Ufer entlang, hinüber oder mitten hineingefallen: daran hängt die ganze Deutung des Flusstraums. Der Himmel Nicht das Thema des Traums, sondern die Anweisung, wie darin zu fühlen ist. Schnee Erst still, dann kalt, und darunter etwas, das auf wärmere Bedingungen wartet. Sterne Navigation in der einen Lesart, Sehnsucht in der anderen, und Horoskop in keiner. Sturm Erst prüfen, ob es draußen regnete, dann fragen, was sich angestaut hat. Die Sonne Ein günstiges Bild mit einem härteren Zwilling, getrennt nur durch das Gefühl. Donner Ein Traum, den man mit den Ohren behält, gedeutet als Ankündigung und nicht als Einschlag. Ein Baum Das eine Bild, das von unten nach oben gedeutet wird, Stockwerk für Stockwerk. Wasser Die älteste Lesart schaut auf den Zustand des Wassers, nicht auf das Wasser. Wasserfall Zurückgehaltenes Gefühl kommt in Fahrt, und vom Lärm bleibt am meisten hängen. Wind Veränderung von außen, bei einem Bild, in dem es nichts zu sehen gibt.

Orte und Gebäude

Haus, Straße, Tür. Der Schauplatz wird meist als die eigene Lage gelesen, nicht als Ort.

Flughafen Ein Schwellentraum, in dem es am Ende fast nur ums Warten geht. Keller Das unterste Stockwerk des Traumhauses, gelesen als das Eingelagerte statt als das Weggeworfene. Badezimmer Oft zuerst ein körperliches Signal; überliefert gelesen als Privatheit, Erleichterung und Ausräumen. Strand Ein Schwellenbild: die Kante zwischen dem, was geregelt ist, und allem, was es nicht ist. Brücke Bild für den Übergang; entscheidend ist, ob du hinübergingst, umkehrtest oder stehen bliebst. Friedhof Ein stiller Ort für Abgeschlossenes, gelesen als Erinnerung und Abschied statt als Verlust. Ein Gotteshaus Ein abgesonderter Bau, verstanden als Zuflucht, Gewissen oder Innehalten, ohne eine Bedeutung für alle. Eine Stadt Verschobene Straßen, dichtes Gedränge und leere Alleen: die öffentliche Hälfte des Traums. Tür Schwellen und Entscheidungen, und die ganze Bedeutung hängt daran, ob das Ding aufging. Aufzug Stecken, stürzen, zu schnell steigen: eine Lesart über eine Fahrt ohne eigenes Steuer. Garten Gepflegt oder verwildert, offen oder umzäunt: woran sich die Deutung dieses Ortes entscheidet. Krankenhaus Besuchen, warten oder aufgenommen werden, dazu der Grund, warum dieser Traum überhaupt nichts vorhersagt. Hotel Endlose Flure, Schlüssel, die nichts öffnen, Lobbys voller Fremder: die Lesarten der Zwischenzeit. Haus Dachboden, Keller, verschlossene Türen und Zimmer, die vorher nie da waren, der Reihe nach. Küche Verwandlung und Vermögen, gelesen über den Zustand des Raums und darüber, wem er gehörte. Markt Lärm, Stände und Handeln: der Marktplatz als Traum über den Wert der Dinge. Gefängnis Enge, und vor allem die Frage, ob im Traum überhaupt jemand die Klinke ausprobiert hat. Eine Straße Belag, Abzweigungen und Sackgassen: was die Straße unter deinen Füßen gerade tut. Ein Zimmer Der Raum, von dem du nie wusstest, und wofür Zimmer allgemein stehen. Schule Wo die meisten zum ersten Mal merkten, dass sie bewertet werden, und es bleibt. Treppe Zwei Richtungen, ungleiche Mühe, und ein Wechsel der Ebene, wohin es auch geht. Fenster Überblick auf der einen Seite, Preisgabe auf der anderen, je nachdem was du dort tust.

Gegenstände

Geld, Schlüssel, Spiegel, Ring. Wofür jedes einzelne Ding überliefert stellvertretend steht.

Apfel Ernte in der einen Erbschaft, Versuchung in der anderen, wobei die Reife den Ausschlag gibt. Eine Tasche Gelesen darauf, was du mit dir trägst, was du darin verbirgst und was du absetzen willst. Ein Buch Wissen und Aufzeichnung, und was hängen bleibt, ist meist der unlesbare Text. Brot In vielen Kulturen ein Bild fürs Auskommen, gelesen auf Genug-Haben und Teilen. Kuchen Festspeise, die in alten Deutungen für Belohnung, Anlass und den Reiz des leichten Genusses steht. Eine Kerze Hoffnung, Gedenken und Aufmerksamkeit, die jemand von Hand am Leben halten muss: die Kerze im Traum. Ein Auto Wer gelenkt hat und ob die Bremsen griffen: zwei Details, die alles verschieben. Kleidung Falsches Outfit, geborgter Mantel, voller Schrank und nichts zum Anziehen: Kleidung als Identität. Eier Versprechen und Zerbrechlichkeit in einer Schale, und warum ihr Zustand die Deutung bestimmt. Nahrung Erst den Hunger prüfen, dann Fülle und Mangel lesen und fragen, wer gekocht hat. Obst Vier Zustände, vier Deutungen, und warum einzelne Früchte zwischen Kulturen nicht übertragbar sind. Gold Schatz oder Blendwerk: warum das Metall im Traum über dein Konto nichts aussagt. Pistole Angelegte Drohung, endgültige Gewalt und die sehr oft berichtete Waffe, die nicht losgeht. Ein Schlüssel Zugang, solange du einen hast, Ausschluss, sobald er fehlt; das Schloss zählt mit. Ein Messer Können in der eigenen Hand, Bedrohung in einer fremden; die beängstigenden Fassungen sind keine Vorzeichen. Ein Brief Der verschlossene Umschlag steht für eine Nachricht, die es gibt und die noch niemand gelesen hat. Gepäck Was jemand mit sich schleppt, gemessen am Gewicht und daran, wer es hineingelegt hat. Milch Geschenkte statt verdiente Nahrung, wobei der Zustand der Milch die meiste Arbeit übernimmt. Ein Spiegel Ein Traum über das Selbstbild: entscheidend ist, woran das Spiegelbild diesmal scheitert. Geld Weniger Währung als Wert: was Zählen, Finden und Falschgeld im Traum beschreiben sollen. Ein Telefon Kontakt und sein Scheitern, gelesen an einem Gerät, das im Traum nie richtig funktioniert. Ein Foto Festgehaltene Erinnerung, und die Frage, was im Traum mit dem Bild geschah. Ein Ring Bindung, Zugehörigkeit und der sehr häufige Traum vom Ring, der vom Finger rutscht. Schuhe Halt, Bereitschaft und die Strecke voraus, alles getragen von einem ganz gewöhnlichen Alltagsgegenstand. Uhr Ein Ding für die Zeit, das im Schlaf selten eine klare Auskunft gibt.

Häufig gestellte Fragen

Bedeuten Träume überhaupt etwas?
Dafür, dass Träume Ereignisse ankündigen, gibt es keinen Beleg. Gestützt ist etwas anderes: der Inhalt von Träumen folgt weitgehend dem, was einen im Wachen beschäftigt, und deshalb häufen sich in angespannten Zeiten die unruhigen Träume. Über einen Traum nachzudenken lohnt sich also als Momentaufnahme deiner eigenen Lage, nicht als Nachricht über das, was kommt.
Warum träume ich immer wieder dasselbe?
Wiederkehrende Träume hängen meist an einer offenen Sache und lassen nach, sobald sich daran etwas bewegt. Am öftesten wiederholen sich die Verfolgung, der Sturz, ausfallende Zähne und die Prüfung, für die man nichts getan hat. Raubt dir derselbe Albtraum über Monate den Schlaf, ist das etwas, das du in der Arztpraxis ruhig erwähnen kannst.
Bedeutet ein Symbol für alle dasselbe?
Nein, und genau da liegt die Grenze jedes Traumlexikons. Ein Symbol trägt zuerst das, was es für dich ohnehin schon bedeutet. Wer mit Pferden aufgewachsen ist, träumt anders von ihnen als jemand, den eines einmal abgeworfen hat. Nimm die Einträge als Ausgangspunkt und lass deine eigenen Verknüpfungen schwerer wiegen.
Warum erinnere ich mich nur an Bruchstücke?
Die Erinnerung an einen Traum fällt schon in den ersten Minuten nach dem Aufwachen steil ab. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt. Wer seine Träume sofort notiert, behält mit der Zeit mehr davon, einfach weil das Aufschreiben diesen Abfall unterbricht.