Vom Flughafen träumen

Herkömmlich eine Schwelle und ein Bild für den Übergang, obwohl in den Berichten das Anstehen überwiegt, das wandernde Gate und die Maschine, die ohne dich abhebt.

Ein Flughafen ist ein Ort, an dem niemand bleiben soll, und genau deshalb funktioniert er im Traum so gut. Als Bild steht er für den Übergang, für die Lücke zwischen einer Ordnung und der nächsten, und trotzdem berichtet kaum jemand vom Fliegen. Berichtet werden Schlangen, ein Gate, das nicht an seinem Platz bleibt, und ein Einsteigen, zu dem es nie kommt.

Warten statt reisen

Dieser Abstand zwischen der Bedeutung und dem Erlebten ist das Brauchbare daran. Weil das Terminal als Schwelle behandelt wird, gilt ein Traum, der dich darin festhält, als Bild für ein Dazwischen: gekündigt und noch nicht weg, zugesagt und noch nicht angefangen, entschieden und noch ohne jede Wirkung. Der Ärger im Traum entspricht dabei eher dem Ärger des Wartens als irgendeiner Flugangst.

Was am häufigsten vorkommt

Den Pass oder die Bordkarte zu verlieren, hängt mit der Sorge um Nachweise zusammen, also damit, ob du vorlegen kannst, was eine neue Lage von dir verlangt. Durch ein Terminal zu irren, das sich fortwährend umbaut, steht näher bei den Träumen vom Verlorengehen. Eine Maschine ohne dich abheben zu sehen, trägt seine eigene alte Deutung über verpasste Gelegenheiten, wobei sorgfältige Ausleger darin die Beschreibung eines Gefühls sehen und keinen Bericht über deine Aussichten. Anzukommen und geradewegs in eine Stadt hinauszugehen ist die seltenste und ruhigste Fassung und taucht meist auf, nachdem sich wirklich etwas geklärt hat.

Was tagsüber dahintersteckt

Der schlichteste Auslöser ist eine echte Reise. Von Terminals wird in den zwei Wochen vor einem Flug geträumt und noch einmal in der Woche danach, und Vielfliegende träumen sie so, wie Pendelnde von Zügen träumen, fast ohne den symbolischen Beiklang, den ein Lexikon anhängen würde. Wer schon einmal eine Nacht quer über drei Plastikstühlen verbracht hat, bringt hier Verknüpfungen mit, gegen die keine allgemeine Deutung ankommt; in dem Fall ist die eigene Erinnerung an den Ort der bessere Wegweiser.

Häufig gestellte Fragen

Warum träume ich vor einer Reise von Flughäfen?
Vorfreude und Anspannung gehören zu den zuverlässigsten Quellen für Trauminhalte, und eine bevorstehende Reise liefert reichlich davon. Der Kopf probt die Abläufe, um die er sich ohnehin schon halb sorgt, weshalb im Traum meist der Schalter vorkommt und nicht das Ziel.
Geht es bei so einem Traum um den Wunsch wegzukommen?
Manche lesen ihn so, besonders wenn es ums Verlassen geht und nicht ums Ankommen. Andere bleiben bei der Schwelle ganz ohne Richtung. Welche Auslegung passt, hängt meist daran, ob der Traum ein Ziel hatte oder nur etwas, von dem du weg wolltest.

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