Autorität im Allgemeinen und ankommender Schutz zugleich, wobei die eigene Erfahrung mit Uniformen entscheidet, welche Hälfte der Überlieferung überhaupt auf dich zutrifft.
Neutral fühlt sich bei diesem Bild fast niemand, und gedeutet wird ohnehin die Uniform und nicht der Mensch darin. Polizei im Traum steht für Autorität im Allgemeinen: die Regel, die du übernommen hast, der Maßstab, den du an dich selbst anlegst, die innere Stimme, die entscheidet, was erlaubt ist. Eine zweite, ebenso häufige Deutung läuft genau andersherum und sieht Schutz, also Ordnung, die in eine Szene kommt, in der keine war.
Zuerst wird gefragt, ob sie dich holen oder dir helfen wollten, denn dieselbe Figur trägt beide Deutungen, und der Traum macht meistens klar, welche gerade gilt. Beobachtet oder verfolgt zu werden zeigt auf Selbstprüfung. Befragt zu werden hängt an einer Lage, in der du dich rechtfertigen sollst. Etwas melden zu wollen und nicht geglaubt zu werden ist eine eigene, oft berichtete Fassung, und sie gilt als das Gefühl, nicht gehört zu werden, nicht als Aussage über Polizeiarbeit.
Hier wäre eine einzige Auslegung unehrlich. Was eine Uniform im Traum heißt, hängt stark daran, was sie im Leben der träumenden Person heißt, und Menschen kommen von sehr verschiedenen Orten zu diesem Bild: manche mit einem Verwandten im Dienst, manche mit einer schlechten Nacht, die geblieben ist, manche ohne jede Begegnung außer einer Frage nach dem Weg. Die alten Sammlungen wurden überwiegend von Leuten der ersten beiden Gruppen geschrieben, und das merkt man ihnen an. Nimm die Deutung, die zu deiner Erfahrung passt, und lass die übrigen liegen.
Zu einer rechtlichen Lage hat ein Traum nichts beizutragen, und Rat dieser Art gehört nicht in ein Traumlexikon. Steckt eine echte Sorge dahinter, helfen die Menschen weiter, die dafür ausgebildet sind. Zeigen kann das Bild, wo du dich gerade beurteilt fühlst, und das liegt meist deutlich näher als irgendeine Amtsperson auf der Straße.


