Vom Klettern träumen

Kletterträume bestehen aus Anstrengung, und die Steigung ist das, was hängen bleibt. Die überlieferte Lesart folgt der naheliegenden Linie zu Ehrgeiz und Preis.

Kletterträume bestehen aus Anstrengung. Die Steigung, der Griff, der Rest des Weges: Das bleibt hängen, und die überlieferte Lesart folgt der naheliegenden Linie und nimmt das Bild als Ehrgeiz, als Fortschritt und als Preis für beides.

Hinauf, und was oben wartet

Den Gipfel zu erreichen, gilt als Ankommen bei dem, was du dir vorgenommen hast. Ältere Quellen halten allerdings sorgfältig fest, wie oft Träumende dort oben Ernüchterung schildern, was sie als Ziel deuten, das leise aufgehört hat, deines zu sein. Nicht voranzukommen, weil der Untergrund bröckelt oder die Sprossen nachgeben, deutet eher auf Mühe, die auf Widerstand trifft, als auf Scheitern. Mit jemandem zu klettern, der über oder unter dir hängt, handelt sehr oft vom Vergleichen, was zu den unbequemeren und zugleich zutreffenderen Auslegungen gehört.

Woran du geklettert bist

  • Berg oder Hügel. Das klassische Bild für Ehrgeiz, verstanden als langes Vorhaben mit sichtbarem Gipfel.
  • Treppe. Meist als geordneter Fortschritt gelesen, die Sorte mit Stufen, die jemand anderes schon gelegt hat.
  • Leiter. Eng mit Ansehen verknüpft und damit, wie wacklig dieses Ansehen sich anfühlt.
  • Mauer oder Zaun. Gilt als Hindernis und nicht als Aufstieg, oft als etwas, aus dem du heraus willst, statt hinauf.

Der Körper im Traum

Diese Träume haben häufig einen stark körperlichen Zug; manche spüren beim Aufwachen noch die Anstrengung in den Armen. Das ist erwähnenswert, weil der Auslöser manchmal so gewöhnlich ist wie eine verdrehte Schlafhaltung, eine Woche schwerer körperlicher Arbeit oder schlichte Erschöpfung. Wer in der Halle klettert, auf Dächern arbeitet oder jedes Wochenende am Fels hängt, träumt davon aus Gründen, die mit Ehrgeiz nichts zu tun haben, und diese Fassung will für sich gelesen werden. Bei ihr lohnt eher die Frage, welche Route der Kopf da noch einmal durchgegangen ist, als die Frage nach einem Sinnbild. Auch das ist ein guter Hinweis darauf, dass ein Traumbild zuerst dem gehört, der es geträumt hat.

Häufig gestellte Fragen

Geht es beim Klettern im Traum immer um Ehrgeiz?
Nicht immer. Das ist die Standardlesart, aber der Schlaf benutzt dasselbe Bild für alles, was langen Atem verlangt, auch für eine Genesung, für die Pflege eines Menschen oder einfach für das Durchhalten in einer schlechten Phase. Wohin du geklettert bist, verrät meist, welche Variante gemeint ist.
Was bedeutet es, beim Klettern abzustürzen?
Das Fallen ist ein eigenes und sehr häufiges Traumereignis, oft verbunden mit dem körperlichen Zucken, mit dem der Körper in den Schlaf sinkt. Folgt es einem Aufstieg, dreht sich die überlieferte Deutung um die Angst, Boden zu verlieren, und nicht um einen tatsächlichen Verlust.

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