Vom Fallen träumen

Einer der am häufigsten berichteten Träume überhaupt, überliefert als verlorener Halt, und einer der wenigen mit einer gut belegten körperlichen Erklärung daneben.

Fallträume gehören weltweit zu den am häufigsten berichteten Träumen, und die gängige Lesart ist unkompliziert: der Halt geht verloren, etwas trägt nicht mehr, eine Lage, auf die du dich nicht eingestellt fühlst. Es ist zugleich eines der wenigen Traumbilder, neben dem eine gut dokumentierte körperliche Erklärung steht.

Der Ruck beim Einschlafen

Beim Übergang in den Schlaf lässt die Muskelspannung in Stufen nach, und ein plötzliches unwillkürliches Zucken ist dabei normal. Die Schlafforschung nennt es Einschlafzucken. Viele erleben es als Fehltritt im Dunkeln oder als Sturz aus der Höhe und schrecken hoch. Es tritt häufiger auf, wenn du übermüdet bist, zu wenig geschlafen hast oder unbequem wegdöst, im Sessel oder im Zug. Das ist ein verbreiteter Vorgang und kein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt.

Was die Überlieferung daraus macht

Traumbücher aus mehreren Jahrhunderten behandeln Höhe als Stellung und den Sturz als deren Verlust. Stand, Standpunkt, Boden unter den Füßen: die Wörter arbeiten im Deutschen ohnehin doppelt. Wer sich kurz vor dem Aufprall fängt, dessen Traum galt als überstandene Schwierigkeit. Ein Sturz ganz ohne Angst, den manche sogar als angenehm beschreiben, wurde deutlich anders gelesen, eher als Loslassen von etwas, das lange festgehalten wurde.

Weit verbreitet ist die Behauptung, wer im Schlaf aufschlägt, wache nicht mehr auf. Dafür gibt es keinerlei Grundlage. Viele erzählen, dass sie gelandet sind, manchmal hart, und dass der Traum einfach weiterlief.

Wann er auftaucht

Berichte häufen sich in unsicheren Zeiten: eine Entscheidung, die bei jemand anderem liegt, Geld, das nicht reicht, eine Beziehung, die still geworden ist. Dieses Muster ist ein Eindruck aus Erzählungen und kein Beweis, und der Traum kommt viel zu oft vor, um von ihm rückwärts auf irgendetwas zu schließen.

Deine eigene Geschichte wiegt schwerer als all das. Wer klettert oder auf Dächern arbeitet, trägt das Gefühl von Höhe ganz anders in sich als jemand, der Balkone meidet, und derselbe Traum kommt bei beiden nicht gleich an.

Häufig gestellte Fragen

Träumt wirklich jeder vom Fallen?
Nicht jeder, aber Untersuchungen zum Trauminhalt setzen dieses Bild in sehr unterschiedlichen Ländern und Altersgruppen zuverlässig weit oben an. Gerade diese Häufigkeit ist der Grund, warum sich aus einem einzelnen Falltraum nichts ableiten lässt.
Warum wache ich genau im Moment des Sturzes auf?
Ein Muskelzucken kurz nach dem Einschlafen erzeugt oft beides zugleich, das Fallgefühl und das Aufwachen. Der Traum liefert dann in letzter Sekunde eine Szene nach, die das Gefühl erklärt, meist eine Treppe oder eine Kante.

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