Von einer Pistole träumen

Eines der Bilder, aus denen Menschen am schnellsten hochschrecken, überliefert gelesen als Macht in einer Form, die sich nach dem Gebrauch nicht zurückholen lässt.

Nur wenige Traumbilder holen jemanden so schnell aus dem Schlaf, mit klopfendem Herzen, und dieser Schreck gehört zu dem, was gedeutet werden will. Überliefert steht die Schusswaffe für Macht in einer Form, die sich nicht zurücknehmen lässt: eine angelegte Drohung, eine Entscheidung ohne Rückweg, Gewalt, zusammengezogen in eine einzige kleine Bewegung. Als Auskunft über einen Menschen gilt davon nichts, und kein Traum meldet, wozu jemand fähig wäre, du selbst eingeschlossen.

Die Waffe, die nicht losgeht

Diese Fassung kommt ununterbrochen vor. Der Abzug bewegt sich nicht, das Ding entpuppt sich als Spielzeug, der Schuss geht ins Leere. Neben der sinnbildlichen steht eine schlichte Erklärung: in der Schlafphase, in der lebhaft geträumt wird, ist die Muskulatur weitgehend stillgelegt, und Handlungen jeder Art bleiben stecken. Dieselbe Störung schildern Menschen, die rennen, zuschlagen oder rufen wollen. Als Sinnbild gelesen, hängt der steckengebliebene Schuss daran, sich irgendwo im Alltag nicht mit voller Kraft rühren zu können.

Halten, gegenüberstehen, hören

An welchem Ende du standest, ändert alles. Die Waffe zu halten wird meist auf Kontrolle gelesen und darauf, was jemand sich ungern eingesteht zu wollen. Ihr gegenüberzustehen rückt den Traum in die Familie der Verfolgungs- und Ohnmachtsbilder. Einen Schuss zu hören, ohne die Quelle zu sehen, gilt vielen als die unangenehmste Abwandlung überhaupt, und Auslegende nehmen sie als eine Folge, die von außerhalb des Blickfelds eintrifft.

Dasselbe Ding, verschiedene Leben

Eine Schusswaffe ist nicht überall dasselbe Bild. Wo Jagd, Landwirtschaft oder Wehrdienst sie zum Werkzeug des Alltags machen, kann der Traum fast häuslich wirken. Im deutschsprachigen Raum bekommen die meisten nie eine in die Hand, und derselbe Anblick ist dann reiner Alarm. Wer wirkliche Gewalt erlebt hat, träumt von Waffen auf eine Weise, die keine Symbolliste zusammenfassen sollte, und wenn solche Nächte sich wiederholen und dich zermürben, ist es vernünftig, mit einem Menschen darüber zu reden, dem du vertraust.

Häufig gestellte Fragen

Warum kann ich im Traum nie abdrücken?
Diese Einzelheit gehört zu den am häufigsten geschilderten in dieser ganzen Gruppe, und es gibt eine körperliche und eine sinnbildliche Erklärung dafür. Die beiden widersprechen sich nicht, und die meisten erkennen das Gefühl der Vergeblichkeit sofort beim Aufwachen wieder.
Ich habe geträumt, auf jemanden zu schießen, den ich kenne. Sagt das etwas über mich?
Träume sind weder Geständnisse noch Pläne. Angriffsbilder tauchen bei Leuten auf, die im Wachen in jeder Hinsicht sanft sind, und Auslegende sehen darin meist Ärger ohne gewöhnlichen Ausweg und keinerlei Absicht.

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