Vom Wind träumen

Oft steht ein offenes Fenster dahinter. Ansonsten gilt Wind in der Überlieferung als Veränderung, die niemand bestellt hat und die von draußen anrückt.

Bei etlichen Windträumen liegt die Ursache im Schlafzimmer: ein gekipptes Fenster, ein laufender Ventilator, eine kalte Nacht oder ein echter Sturm, der an den Dachziegeln arbeitet, während drinnen weitergeschlafen wird. Lässt man das beiseite, lautet die überlieferte Deutung Veränderung, und zwar ausdrücklich eine, die von draußen anrückt und die sich niemand ausgesucht hat.

Stärke und Richtung

Die älteren Auslegungen achten genau darauf, wie kräftig es weht. Eine leichte Brise nimmt man als Nachricht oder als kleine Planänderung. Steter Wind von hinten nimmt man als Umstände, die mit anpacken. Wind, der ins Gesicht drückt, ist Widerstand. Und ein Wind, in dem man sich nicht mehr auf den Beinen halten kann, ist die Fassung, an die man sich jahrelang erinnert. Ausgelegt wird sie als Herumgeschobenwerden von etwas, das sich für deine Pläne kein bisschen interessiert.

Ein Bild ohne Gegenstand

Eine Eigenschaft unterscheidet den Wind von fast allem anderen in einem Traumlexikon: Es gibt nichts darin zu sehen. Beschrieben werden Geräusch, Kälte, Haare, die einem ins Gesicht schlagen, eine zufallende Tür, ein Mantel, der zur Seite gezogen wird, nie aber der Wind selbst. Aus dieser Unsichtbarkeit haben Ausleger viel gemacht und darin einen Einfluss gesehen, den man ganz deutlich spürt und auf den man nicht zeigen kann. Das beschreibt zufällig eine ganze Reihe wacher Schwierigkeiten.

Wo du gelebt hast

Wind ist nicht für alle dasselbe. Wer dort groß geworden ist, wo er jeden Winter ums Haus heult, verbucht ihn im Traum als Wetter und sonst nichts. Wer dort groß geworden ist, wo starker Wind bedeutet, dass ein Dach oder eine Ernte in Gefahr ist, trägt in derselben Nacht Bangen mit sich. Kläre zuerst, welcher der beiden Hintergründe deiner ist, bevor du zu einer allgemeinen Bedeutung greifst, denn keine der beiden Fassungen sagt Wetter voraus oder sonst etwas.

Häufig gestellte Fragen

Und wenn es ein Wirbelsturm oder ein Tornado war?
Drehenden Wind nimmt man meist als Durcheinander mit einem klaren Mittelpunkt, also als etwas, das man benennen und trotzdem nicht angehen kann. Wer in einer Gegend lebt, in der solche Stürme wirklich vorkommen, ist ein anderer Fall, denn dort stammen die Bilder aus Erfahrung.
Bedeutet es etwas, den Wind nur zu hören?
Ihn von drinnen zu hören gilt als Bewusstsein für Aufruhr in einiger Entfernung, während man vorerst im Trockenen sitzt. Reine Geräuschträume sind außerdem im leichten Schlaf sehr häufig, wenn echter Lärm von draußen in die Szene eingewoben wird.

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