Bescheidene, häusliche Lesarten: Anpassungsfähigkeit von einem Tier, das läuft, schwimmt und fliegt, und Familie durch die Kükenreihe, an die sich so viele erinnern.
Niemand rechnet damit, dass eine Ente ihn berührt, und genau deshalb bleibt so ein Traum hängen. Die überlieferten Lesarten sind bescheiden und häuslich. Enten stehen für Anpassungsfähigkeit, weil ein einziges Tier läuft, schwimmt und fliegt, und für Familie, weil sie so oft als Reihe Küken hinter der Mutter geträumt werden. Ältere europäische Quellen stellen sie schlicht neben häusliches Auskommen, denn jahrhundertelang bedeutete eine Ente auf dem Wasser zuerst Fleisch und Federn und danach erst etwas anderes.
Am meisten zitiert wird die Lesart vom Gegensatz zwischen der glatten Oberfläche und dem Paddeln darunter. Das ist ein moderner Spruch und kein alter, und das gehört dazugesagt, aber wo er passt, passt er sehr gut, und wer von anstrengenden Wochen erzählt, bringt dieses Bild oft von selbst. Vom Wasser abzuheben gilt als Wechsel des Elements, der glattgeht. Nicht in die Luft zu kommen, gilt als das Gegenteil.
Eine Mutter mit einer Reihe hinter sich wird meist mit Verantwortung für Menschen verbunden, die von dir abhängen, und Eltern wie älteste Geschwister berichten das häufiger als andere. Ein Teich voller Enten ist eher gesellig als bedeutsam. Von Enten verfolgt zu werden, was albern klingt, bis es einem um drei Uhr morgens passiert, wird meist als komische Fassung des Verantwortungsgefühls beschrieben, und Deuter nehmen den Humor ernst, weil der Ton eines Traums zu seinem Inhalt gehört.
Örtliche Erinnerung zählt hier viel, denn Ente heißt Bauernhof, Parkteich oder Sonntagsbraten, je nachdem, wo jemand seine Kindheit verbracht hat, und jedes davon bringt einen anderen Traum hervor. Wer selbst Geflügel hält, deutet kein Sinnbild, sondern träumt seinen Morgen. Nimm die Tradition als erstes Angebot und lass deinen eigenen Teich sie berichtigen.


