Von Sternen träumen

Punkte zum Steuern in der einen Überlieferung, unerreichbare Ferne in der anderen, weshalb derselbe Nachthimmel die einen beruhigt und die anderen unruhig macht.

Zwei alte Lesarten ziehen dieses Bild in verschiedene Richtungen. Die eine macht Sterne zur Orientierung, zu den festen Punkten, nach denen Seeleute und Reisende steuerten, und der Traum wird zur Frage, wohin es gehen soll. Die andere macht sie zur Ferne, schön und dauerhaft außer Reichweite, und der Traum wird zur Frage nach dem Wollen. Beide sind alt, und keine hebt die andere auf.

Steuern oder sich sehnen

Welche passt, hängt meist davon ab, was die träumende Person getan hat. Nach ihnen navigieren oder auf einen zugehen fällt in die erste Gruppe und wird als gefundene oder gesuchte Richtung ausgelegt. Bloßes Hinaufschauen, besonders mit einem Ziehen dabei, fällt in die zweite. Der Brauch, sich bei einem hellen Stern etwas zu wünschen, ist europäisches Volksgut und keine allgemeine Lesart, und das gehört dazugesagt.

Fallen und Erlöschen

Die Sternschnuppe taucht öfter auf als jede andere Fassung, und die Auslegungen stimmen über Kulturen hinweg ungewöhnlich gut überein: etwas Kurzes und Bemerkenswertes, verschwunden, bevor es sich halten ließ. Sich beim Fallen etwas zu wünschen ist ein Brauch, den Menschen mitbringen und anschließend wieder aus dem Traum herauslesen. Sterne, die einzeln ausgehen, kommen weit seltener vor und gehören zu den Bildern schwindender Möglichkeiten. Als Nachricht über die Zukunft behandelt das niemand, der sorgfältig liest.

Nicht dasselbe wie dein Geburtshoroskop

Auf einer Astrologieseite gehört das deutlich gesagt. Ein Geburtshoroskop wird aus Planetenständen zu einem bestimmten Datum, einer Uhrzeit und einem Ort berechnet. Was die Sterne in deinem Traum gemacht haben, ist eine völlig andere Sache, und keine Überlieferung verbindet die beiden.

Auch hier führt der Zusammenhang. Eine Mitarbeiterin einer Sternwarte, ein Segler und jemand, der die Milchstraße wegen des Stadtlichts nie gesehen hat, bringen drei verschiedene Sterne in dieselbe Nacht.

Häufig gestellte Fragen

Werden Sternbilder anders gelesen als einzelne Sterne?
Ein erkanntes Muster gilt meist als Ordnung, die jemand in etwas Verwirrendem gefunden hat, denn ein Sternbild ist eine Form, auf die sich Menschen geeinigt haben. Deuter fragen dann, was zuletzt angefangen hat Sinn zu ergeben.
Was sagt man dazu, einen Stern zu erreichen oder zu halten?
Die geläufige Auslegung heißt Ehrgeiz in Reichweite, manchmal mit einem Nachsatz zur Größenordnung. Sie läuft nah an den Deutungen zum Klettern, und der Nachdruck liegt darauf, ob sich jemand dem gewachsen fühlte, was er da in Händen hielt.

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