Kommt meist rund um Termine, Befunde und das Gefühl, beurteilt zu werden, und steht für eine Autorität, der du etwas übergeben hast, nie für eine Aussage über Gesundheit.
Sehr viele dieser Träume fallen in die Woche um einen Termin, einen Befund, ein auszufüllendes Formular oder die Diagnose eines anderen Menschen, und das ist das Erste, was sich nachzusehen lohnt. Wo die Figur sinnbildlich gelesen wird, steht der Arzt für eine Autorität, der du etwas übergeben hast, und alles hängt daran, ob du ihr vertraut hast. Kein Traum stellt eine Diagnose, und nichts hier ist eine Aussage über deine Gesundheit oder die von irgendwem sonst.
In der Deutungstradition gehört der Arzt zu Lehrerin, Richter und Elternteil: Menschen, die dich genau ansehen dürfen und danach sagen, was sie sehen. Untersucht zu werden versteht man üblicherweise als Wunsch oder Angst, beurteilt zu werden, ziemlich oft im Beruf und nicht in einer Praxis. Einen Arzt, der nicht von den Unterlagen aufblickt, beschreiben immer wieder Menschen, die sich irgendwo im Alltag nicht gehört fühlen. Selbst der Arzt zu sein, wird meist mit Verantwortung für andere verknüpft, ob du sie dir ausgesucht hast oder nicht.
Volkstümliche Sammlungen sind voll von Behauptungen, dieser Traum kündige Krankheit im Haus an. Der Glaube ist alt und weit verbreitet, und er bleibt ein Glaube. Träume erkennen keine Krankheiten, und wer einen als Warnung behandelt, verbringt zuverlässig eine Woche in grundloser Angst. Wenn dich im Wachen etwas ernsthaft beschäftigt, führt der vernünftige Weg über einen Menschen, der fachlich hinschauen kann, und mit der letzten Nacht hat das nichts zu tun.
Für jemanden, der die ganze Woche in der Medizin arbeitet, kann ein Arzt im Traum eine Kollegin sein, ein Dienstplanproblem oder schlicht der letzte Donnerstag, ganz ohne sinnbildliches Gewicht. Für jemanden, der seit Jahren um Praxen einen Bogen macht, kommt dieselbe Figur schwer herein. Frag dich, an wen der Arzt dich erinnert hat, denn Träumende erkennen das Gesicht beim Nachdenken oft wieder und merken, dass die Antwort nie medizinisch war.


