Von Fischen träumen

Erzählt wird zuerst das Wasser und dann der Fisch. Die Deutung folgt dieser Reihenfolge: etwas bewegt sich unter der Oberfläche und ist noch nicht heraus.

Ein Fisch ist selten das ganze Bild. Erzählt wird zuerst das Wasser und dann das Tier, und die überlieferten Deutungen folgen derselben Reihenfolge: der Fisch steht für etwas, das sich unter der Oberfläche bewegt, ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Nachricht, die noch nicht heraus ist. Art, Größe und ob du gefüttert, geangelt, gegessen oder nur zugesehen hast, verschieben die Auslegung jeweils.

Klares Wasser, trübes Wasser

Fische, die in sauberem Wasser deutlich zu sehen sind, gelten als Einsicht, mit der sich etwas anfangen lässt. Fische, die nur schemenhaft durchscheinen oder ungesehen am Bein entlangstreifen, stehen für ein Wissen, das sich nicht benennen lässt. Angelträume legen eine Schicht darauf, denn Geduld, Köder und die reale Möglichkeit, mit leeren Händen heimzugehen, gehören mit ins Bild.

Auch die Richtung wird gedeutet. Tiere, die mit der Strömung ziehen, gelten als etwas, das von allein läuft, während einer, der stromauf steht, seit langem für Beharrlichkeit gegen Widerstand genommen wird. In stehendem Gewässer fällt beides weg, und dann rückt der Behälter nach vorn.

Wo der Volksglaube auseinandergeht

Schwere, sehr bestimmte Bedeutungen tragen Fische nur an bestimmten Orten. Mehrere ostasiatische Traditionen verbinden sie mit Fülle, stark genug, um die Erzählweise des Traums zu prägen. An den europäischen Küsten hielten Fischerorte eigene Lesarten fest, die an Fang und Jahreszeit hingen. Das ist als örtliche Überlieferung interessant und nicht als allgemeiner Schlüssel, und niemanden berechtigt es, dir Geld zu versprechen. In christlich geprägten Gegenden hängt am Fisch zusätzlich eine ganz eigene Bildgeschichte, die mit Traumdeutung nichts zu tun hat, aber mitschwingen kann, wenn du damit aufgewachsen bist.

Vier Bilder, die immer wiederkehren

  • Ein Fisch auf dem Trockenen. Fast überall als falsche Umgebung gelesen.
  • Einer, der dir aus den Händen rutscht. Traditionell eine Gelegenheit, die sich nicht halten lässt.
  • Aquarium oder Glas. Oft auf etwas Lebendiges bezogen, das eng gehalten wird, auch auf die eigene Routine.
  • Ein toter Fisch. Meist als erloschenes Interesse gelesen und nicht als düsteres Zeichen.

Halte alles davon gegen dein eigenes Leben, bevor du etwas übernimmst. Wer ein Aquarium pflegt oder an der Küste groß geworden ist, hat zu diesen Tieren ein Verhältnis, das kein Lexikoneintrag überstimmt.

Häufig gestellte Fragen

Heißt ein Fischtraum, dass Geld kommt?
Diese Behauptung stammt aus bestimmtem regionalem Volksglauben und wird weit über ihren Ursprung hinaus weitererzählt. Nichts in der Traumdeutung stützt es, irgendein Bild als Finanzprognose zu nehmen. Die Verbindung mit Fülle versteht man am besten als kulturelles Erbe.
Und ein sehr großer Fisch am Haken?
Ältere Quellen lasen die Größe als das Gewicht dessen, was du verfolgst, ein großer Fang steht also für ein großes Vorhaben und nicht für einen großen Gewinn. Erinnert wird meist der Kampf damit. Wie du dich gefühlt hast, als er an Land war, ist die brauchbare Einzelheit.

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