Von einer Katze träumen

Kaum ein Traumtier spaltet die Überlieferung so scharf wie die Katze: hier ein Glück im Haus, dort ein Bild für stille Hinterlist.

Kaum ein anderes Tier spaltet die Traumbücher so wie die Katze. In dem einen Strang der Überlieferung ist sie eine glückliche Erscheinung im Haus, ein Bild für Behaglichkeit und Selbstbesitz. In dem anderen steht dasselbe Geschöpf für etwas Verschlagenes am Rand deiner Angelegenheiten, für eine Person oder eine Lage, die du nicht klar siehst.

Woher die beiden Lesarten kommen

Beide wuchsen aus derselben Beobachtung. Eine Katze lebt neben den Menschen, ohne je ganz zu ihnen zu gehören. Sie ist zärtlich nach eigenem Zeitplan, geht und kommt ohne Erklärung und jagt lautlos. Kulturen, die diese Unabhängigkeit bewunderten, machten daraus ein Sinnbild für Gelassenheit und Instinkt. Kulturen, die ihr misstrauten, machten aus genau denselben Eigenschaften das Bild einer Vertrauten, die etwas für sich behält.

Weil sich die beiden Fassungen widersprechen, entscheidet das Wörterbuch allein wenig. Den Ton gibt meist, wie das Tier sich verhalten hat und wie du dich beim Zusehen gefühlt hast. Eine Katze, die auf deinen Füßen schläft, und eine Katze, die dich aus einem dunklen Türrahmen anstarrt, sind nicht derselbe Traum in anderem Fell.

Häufige Varianten

  • Die eigene Katze. Oft als ein Stück von dir gelesen, das du längst kennst: dein Rückzug, dein Bedürfnis nach Ruhe, der Teil, der sich nicht herbeirufen lässt.
  • Eine fremde oder streunende Katze. Überliefert verknüpft mit etwas, das ungebeten in deine Lage kommt. Genauso oft träumen Menschen aber einfach von dem Tier, an dem sie am Dienstag im Hinterhof vorbeigegangen sind.
  • Eine Katze, die kratzt oder faucht. Meist mit Reibung verbunden, wenn jemandem eine Grenze überschritten wurde, und nicht mit einer Bedrohung.
  • Junge Katzen. Weithin als kleine Verpflichtungen verstanden, von der reizenden und zugleich unerbittlichen Sorte.

Deine eigene Geschichte mit Katzen

Hier muss das Wörterbuch zurücktreten. Wer mit drei Katzen auf dem Sofa groß geworden ist, bringt völlig andere Verknüpfungen mit als jemand, der als Kind übel gekratzt wurde oder dem in einem Zimmer mit Katze nach zehn Minuten die Augen tränen. Das Tier in deinem Traum ist aus deinen Erinnerungen an Katzen zusammengesetzt und nicht aus einem allgemeinen Symbol. Fang dort an, bevor du zu einer geerbten Bedeutung greifst.

Häufig gestellte Fragen

Ist eine schwarze Katze im Traum ein schlechtes Zeichen?
Das hängt davon ab, wo der Aberglaube aufgeschrieben wurde. In Großbritannien und in Japan gilt die schwarze Katze seit Langem als Glücksbringerin, in Teilen des europäischen Festlands galt sie als das Gegenteil. Die Farbe trägt also keine feste Bedeutung. Wichtiger ist, ob dir das Tier Angst gemacht oder Gesellschaft geleistet hat.
Warum träume ich so oft von Katzen?
Häufige Tierträume folgen meistens häufigem Kontakt. Wer mit Katzen lebt, im Tierheim arbeitet oder abends an Dutzenden Katzenvideos vorbeiscrollt, liefert dem Schlaf jede Nacht dasselbe Bild. Diese Art von Wiederholung sagt mehr über deine Tage als über eine verborgene Botschaft.

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