Eins für den Anfang, Null für den offenen Raum, zweimal abwechselnd: 1010 wird traditionell auf Richtung gelesen und auf den Platz, sich zu bewegen.
In 1010 wechseln sich die beiden schlichtesten Ziffern ab, und eine davon hat in der Numerologie überhaupt keine eigene Bedeutung. Die Eins steht für den Anfang, für Initiative, für ein Ich mit einer Blickrichtung. Die Null bringt nichts Eigenes mit, sie steht für offene Möglichkeit und vergrößert, was neben ihr liegt. Zweimal hintereinander gesetzt ergibt das die Lesart aus dem Index: ein Anfang und der leere Platz, auf dem er stattfinden kann.
Die Null als Füllsel abzutun liegt nahe und ist bei allen Folgen mit einer Eins der übliche Fehler. Hier hat sie eine Aufgabe. Sie nimmt der Ziffer daneben die Begrenzung, sodass die Zehn nicht als eins plus nichts gelesen wird, sondern als eine Eins ohne Deckel.
Daraus wird Richtung und nicht Ankunft. Es fehlt die Vier, die Struktur beisteuern würde, es fehlt die Acht mit ihrem Rückfluss, es fehlt die Sechs, die alles ans Zuhause bindet. Übrig bleiben der Impuls anzufangen und sehr viel unbesetzter Raum. Das ergibt eine hoffnungsvolle Bedeutung und zugleich eine leicht unbequeme, denn unbesetzter Raum ist auch das, was die Wahl schwer macht.
Von allen Folgen, die Leute melden, hat diese die klarste alltägliche Erklärung, und die gehört vor alles andere.
Nichts davon spricht gegen die Bedeutung. Es spricht dagegen, eine Strichliste der Sichtungen für einen Beleg zu halten. Die Zahl kommt in der Welt tatsächlich häufiger vor, als der Zufall sie allein verteilen würde, und wie oft du sie erwischst, sagt mehr über deine Aufmerksamkeit als über die Zahl.
Weil die Folge keine Einzelheiten mitbringt, drehen sich die Lesarten um Ausrichtung. Wohin schaust du gerade. Nicht, ob ein Plan taugt, nicht, wann er sich auszahlt, sondern ob es überhaupt eine Richtung gibt oder nur eine lange Liste von Dingen, die am Laufen gehalten werden.
Im Arbeitsleben wird daraus der Unterschied zwischen beschäftigt sein und unterwegs sein, zwei Zustände, die man jahrelang verwechseln kann. Bei Paaren bezieht man es meist auf zwei Menschen, die bestens miteinander auskommen, ohne je ausgesprochen zu haben, worauf das hinauslaufen soll. In beiden Fällen zeigt die Tradition auf eine Frage und lässt die Antwort in Ruhe. Zu Geld, Verträgen oder Gesundheit sagt sie nichts.
1010 wird gern mit 111 und 1111 in eine Gruppe gestellt, und die Ähnlichkeit ist echt. Alle drei stützen sich auf die Eins, bei allen dreien geht es ums Anfangen. Der Unterschied liegt im Raum, den sie enthalten. Gestapelte Einsen wirken drängend, ein Anfang mit Nachdruck. Eine Eins neben einer Null wirkt ruhiger und leerer, weniger Schubs als Freiräumen.
Wer solche Folgen länger verfolgt, kommt mit der ruhigen Variante oft besser zurecht. Eine Bedeutung, die sagt, der Platz sei frei, verspricht nichts und setzt keine Frist. Sie lässt jede Möglichkeit offen, gar nichts damit zu tun, und das ist ein völlig respektabler Ausgang, häufiger übrigens, als begeisterte Darstellungen zugeben.


